Flughafen Sion: Müssen alle Steuerzahler im Wallis für Privatjetflüge aufkommen?

Flughafen Sion: Müssen alle Steuerzahler im Wallis für Privatjetflüge aufkommen?

Der Flughafen Sion muss sich auf den Luftrettungsdienst und auf Innovation konzentrieren. Man sollte das Referendum unterschreiben.

Der Grosse Rat des Kantons Wallis hat am Donnerstag, dem 12. März, das „Gesetz über die Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft des Flughafens Sion“ verabschiedet und damit dessen Kantonalisierung besiegelt. Hinter diesem Gesetz verbergen sich ehrgeizige und umstrittene Entwicklungsziele: die Verdreifachung der kommerziellen Flüge, die Erhöhung der täglichen Flugfrequenz und die Gewinnung einer Kundschaft aus dem Bereich der Privatjets.

Angesichts der gravierenden Widersprüche dieses Projekts zu den Klimazielen des Kantons – ganz zu schweigen von der Luftverschmutzung, der Lärmbelästigung und dem erheblichen wirtschaftlichen Risiko – haben die Walliser Grünen ein Referendum lanciert. Gemeinsam mit Umweltverbänden und anderen Parteien fordern wir, dass die Bevölkerung zu einem Projekt dieser Tragweite, das alle Gemeinden und alle Steuerzahler betrifft, Stellung nehmen kann.

Eine schwerwiegende wirtschaftliche Bilanz und nicht eingehaltene Versprechen

Seit Mitte der 2000er Jahre habe ich dieses Thema als gewählter Vertreter zunächst in der Legislative und anschließend bis 2019 in der Exekutive der Stadt Sitten aktiv verfolgt. Die Bilanz ist eindeutig: Trotz wiederholter Misserfolge bei der Einrichtung von Flugverbindungen zu europäischen Zielen, trotz Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe und wiederkehrender Betriebsverluste wiederholt die Mehrheit der Verantwortlichen immer wieder dieselbe Leier. Sie beharren darauf, diesen Flughafen weiter auszubauen, der als unverzichtbar für den wirtschaftlichen und touristischen Wohlstand dargestellt wird, obwohl sich drei internationale Flughäfen (Genf, Zürich, Mailand) in einem Umkreis von 200 km befinden, die alle bequem mit dem Zug oder dem Auto erreichbar sind.

Angesichts der angespannten Lage der Kantonsfinanzen stellt sich eine einfache Frage: Ist es gerechtfertigt, erhebliche öffentliche Mittel in eine defizitäre Infrastruktur zu investieren, deren direkter Nutzen für die Mehrheit der Bevölkerung begrenzt bleibt?

  • Der Flughafen verzeichnet derzeit einJahresdefizit von rund 3 Millionen Franken.
  • Das Entwicklungsprojekt siehtjährliche Zusatzinvestitionen in Höhe von 3 bis 6 Millionen Franken vor, die sich der Kanton, alle Gemeinden und die Stadt Sitten teilen.

Für viele Walliser Gemeinden, die keinen konkreten Nutzen aus dem Flughafen ziehen, ist dieser Beitrag kaum zu rechtfertigen.

Eine Tendenz zum Luxus auf Kosten des öffentlichen Dienstes

Der Flughafen Sion entfernt sich gefährlich von seinem Auftrag als öffentlicher Dienstleister. Er verwandelt sich nach und nach in einen Hub für Privatjets, der einer privilegierten Minderheit vorbehalten ist. Während die Mehrheit der Bürger*innen Anstrengungen unternimmt, ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern, und unter steigenden Lebenshaltungskosten leidet, profitiert eine Elite von mit öffentlichen Geldern finanzierten Infrastrukturen, um mit Privatjets zu reisen. Diese Situation schafft eine inakzeptable soziale und ökologische Ungerechtigkeit.

Die Alternative der Schiene und ökologischer Menschenverstand

Anstatt massiv in eine Luftverkehrsinfrastruktur mit begrenztem Nutzen zu investieren, ist es dringend notwendig, die bestehende Infrastruktur, insbesondere die Schiene, auszubauen. Das Schienennetz verbindet das Wallis bereits mit den grossen Schweizer und europäischen Städten. Eine Verbesserung dieser Verbindungen, beispielsweise nach Mailand, oder die Entwicklung von «Schnee-TGVs» würde der Bevölkerung konkrete Vorteile bieten. Dies würde den täglichen Verkehr erleichtern und gleichzeitig die touristische Attraktivität des Kantons steigern, ohne die CO2-Bilanz in die Höhe zu treiben.

Was das Referendum fordert

Es ist wichtig, daran zu erinnern:Das Referendum zielt nicht darauf ab, den Flughafen zu schließen.

Die derzeitigen Aktivitäten – Wartung, Luftrettung, Ausbildung und Innovationszentrum für die Elektrofliegerei – können problemlos fortgeführt werden, ohne dass dafür hohe Investitionen erforderlich sind, die von allen Steuerzahlern im Wallis finanziert werden müssen. Das Ziel besteht lediglich darin, den kostspieligen und klimaschädlichen Ausbau zu stoppen.

Ich hoffe, dass das Referendum zustande kommt und dass die Walliser Bevölkerung endlich über dieses für die Zukunft unseres Kantons entscheidende Thema abstimmen kann. Es ist an der Zeit, das Allgemeinwohl und die Nachhaltigkeit vor die gigantischen Projekte einer Minderheit zu stellen.

Der Reichtum der Schweiz liegt auch in ihren Landschaften und ihrer Natur

Der Reichtum der Schweiz liegt auch in ihren Landschaften und ihrer Natur

Der wahre Reichtum der Schweiz findet sich in keiner Bankbilanz. Es sind ihre landschaftliche Vielfalt und ihre artenreichen Lebensräume: Wiesen, Seen, Flüsse, Laub- und Nadelwälder oder auch Felslandschaften, die manchmal an Gletscher grenzen – die Liste ist lang. Im Vergleich zu 2010 hat sich die Biodiversität verbessert, doch es gibt noch viel Raum für Fortschritte.

Doch schon seit langem ist dieser Reichtum, der mittlerweile sehr fragil geworden ist, keine Selbstverständlichkeit mehr. Seit Mitte des 20.Jahrhunderts haben die intensive Landnutzung, der hohe Ressourcenverbrauch, der städtische Druck und die Stickstoffeinträge die natürlichen Kreisläufe erheblich verändert. Wertvolle Lebensräume sind stark zurückgegangen oder wurden umgestaltet. Eines der auffälligsten Beispiele ist das Verschwinden der Moore, deren Gesamtfläche seit 1900 um 95 % zurückgegangen ist.

Diese Entwicklung ist Gegenstand der jüngsten Publikation der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften mit dem Titel «Biodiversität verstehen und handeln», die den Zustand der Biodiversität in der Schweiz und die Veränderungen, denen sie insbesondere in den letzten 15 Jahren unterworfen war, darstellt. Der Bericht betont, dass die Förderung der Biodiversität erfolgreich sein kann, wenn sie zielgerichtet und kohärent umgesetzt wird.

Endlich positive Signale

So hat sich die Lage für viele Arten verbessert. Dies gilt beispielsweise für den Grünspecht, die Blaumeise oder den Eisvogel, deren Bestände nach jahrzehntelangem Rückgang wieder zunehmen. Tatsache ist, dass wir bereits in der Lage sind, die Lebensräume in Kulturlandschaften auf eine Weise zu bewirtschaften, die der Artenvielfalt zugutekommt. 

Hinzu kommen neue städtebauliche Ansätze, wie die Schaffung von Gartenstraßen in unseren Städten und Dörfern. Diese Gartenstraßen bieten zahlreichen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum inmitten eines betonierten Wohngebiets. Diese Straßen, die mit einheimischen und klimaresistenten Arten bepflanzt sind, machen unsere Stadtviertel lebenswerter, indem sie für eine natürliche Klimatisierung sorgen und das Hochwasserrisiko verringern.

Der Druck bleibt bestehen, und manche Fälle bleiben unbemerkt

Allerdings ist die Biodiversität in der Schweiz weiterhin vielfältigen, sich gegenseitig verstärkenden Belastungen ausgesetzt: intensive Landnutzung, Umweltverschmutzung, invasive gebietsfremde Arten, Klimawandel.

Unter diesen verschiedenen Belastungsfaktoren gibt es einen, der fast unbemerkt bleibt: die staatliche finanzielle Unterstützung für Aktivitäten, die der Biodiversität schaden, beispielsweise im Energie- oder Verkehrsbereich. In einer im Jahr 2020 durchgeführten Studie hat das Forschungsinstitut WSL 162 Subventionen, Steuererleichterungen und andere finanzielle Anreize identifiziert, die sich negativ auf die Biodiversität auswirken. Die Abschaffung dieser schädlichen Subventionen hätte einen doppelten positiven Effekt, da dadurch nicht nur die noch vorhandene Biodiversität erhalten bliebe, sondern auch Mittel freigesetzt würden, um geschädigte Lebensräume wiederherzustellen und zu stärken und damit die Qualität und den biologischen Reichtum unserer Landschaften zu verbessern.

Die biologische Vielfalt ist lebenswichtig und von grundlegender Bedeutung. Sie sorgt für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Klimastabilität, Gesundheit, Schutz vor Naturgefahren und Lebensqualität. In den letzten Jahren wurden Fortschritte erzielt, und die derzeitigen Bemühungen müssen fortgesetzt und intensiviert werden. Aber es ist noch nichts gewonnen: Die jüngsten Beschlüsse des Parlaments, die darauf abzielen, den Gewässerschutz zu schwächen, gehen leider nicht in die richtige Richtung…

 

Anpassung an den Klimawandel: eine entscheidende Herausforderung für das Wallis und die ganze Schweiz

Anpassung an den Klimawandel: eine entscheidende Herausforderung für das Wallis und die ganze Schweiz

Das Wallis kennt die Auswirkungen der globalen Erwärmung besser als jeder andere: schwindende Gletscher, häufigere Lawinen, anhaltende Dürren, bedrohte Infrastrukturen. Und dennoch verfügt die Schweiz, deren Klima sichdoppelt so schnell erwärmtwie der weltweite Durchschnitt, noch nicht über die Mittel, um der Dringlichkeit der Lage angemessen zu begegnen.

Im Jahr 2023 haben die Schweizerdas Klima- und Innovationsgesetz verabschiedet, das das Ziel derCO2-Neutralität bis 2050 festlegt. Ein klarer Wille. Aber es fehlen die Mittel. Die aktuelle Klimapolitik des Bundes ist unzureichend,wie sogarder Vizedirektor des BAFU eingeräumt hat:Die Schweiz wird ihre Ziele für 2030(-50 % Emissionen gegenüber 1990)bei weitem verfehlen.

Schlimmer noch: DasSparprogramm 2027siehtdrastische Kürzungen bei den Klimamassnahmenvor, darunter die Streichung desGebäudeprogramms, das für die Unterstützung von Hausbesitzern bei der Isolierung ihrer Wohnungen unerlässlich ist. Deshalbistdie Initiative für einen Klimafonds unverzichtbar.

Sie schlägt vor,0,5 bis 1 % des BIPindrei strategische Säulen zu investieren:

  • Erneuerbare Energien
  • DieRenovierung der Gebäude
  • Kohlenstofffreie Mobilität

Aber das ist noch nicht alles: Der Klimafonds beschränkt sich nicht darauf, Emissionen zu reduzieren. Er sieht auchdie Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen vor, d. h. Schutzmaßnahmen gegen Extremereignisse, die sich häufen werden: Überschwemmungen, Erdrutsche, Waldbrände. Bis 2060 könnten die Kosten im Zusammenhang mit diesen Katastrophen34 Milliarden Franken pro Jahr erreichen, was 4 % des aktuellen BIPentspricht .

Und es gibt noch einen weiteren Aspekt:die Energieunabhängigkeit. Durch den Ausstieg aus Öl und Gas stärkt die Schweiz ihre Souveränität in einer zunehmend instabilen Welt, wie der Krieg in der Ukraine, die Spannungen in Grönland oder die Krise in Venezuela zeigen. Je unabhängiger wir sind, desto widerstandsfähiger sind wir.

Im Gegensatz zum 2021 abgelehnten CO2-Gesetzbasiert dieser Fonds nicht auf zusätzlichen Steuern oder Abgaben. Der Bund wird (heute zu Zinssätzen nahe Null) Kredite aufnehmen,die nicht der Schuldenbremse unterliegen.

WieJean-Pierre Danthine, ehemaliger Vizepräsident der SNB und dennoch Befürworter der Schuldenbremse, betonte:

„Wenn wir heute den Gürtel enger schnallen, hinterlassen wir künftigen Generationen eine viel schlimmere Situation: höhere unvermeidbare Ausgaben, geringere Produktivität und ein verschlechtertes Klima. Das ist kein verantwortungsvolles Vermächtnis. Heute würde der Klimafonds künftige Generationen besser schützen als eine blind angewendete Schuldenbremse.“

Der Klimafonds ist einerealistische, gerechte und verantwortungsvolle Politik. Für das Wallis. Für die Schweiz. Für unsere Kinder.

 

+ 5 Grad in der Schweiz: Investitionen zur Begrenzung der globalen Erwärmung

+ 5 Grad in der Schweiz: Investitionen zur Begrenzung der globalen Erwärmung

Die globale Erwärmung wird unser Land stärker treffen als andere. Heute zu handeln bedeutet, unsere Zukunft, unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit und unsere Berge zu schützen. Jedes gewonnene Zehntelgrad spart viel Geld und rettet Leben. 

Dienstag, 4. November 2025. Der Monat hat gerade begonnen. Aufgrund der kürzlich erfolgten Zeitumstellung wird der Tag relativ kurz sein. Es ist kalt. Die Luft ist feucht. Das Wetter ist bewölkt, eher grau. Kurz gesagt, es ist ein ganz normaler Novembertag.

Am Vormittag beginnt eine Pressekonferenz des Bundesrats. Das Thema? Die neuen «Klimaszenarien» für die Schweiz, die von MeteoSchweiz mit Unterstützung mehrerer universitärer Institutionen erarbeitet wurden. Der Inhalt? Was uns erwartet, wenn die globale Erwärmung weiter zunimmt.

Eine Schweiz mit +5 Grad bedeutet vor allem extreme Hitze, deutlich trockenere Sommer, einen konsequenten Rückgang der Schneebedeckung, das Schmelzen des Permafrostbodens und intensivere und häufigere Niederschläge.

Diese Konferenz zeigt, dass die Schweiz im Vergleich zu anderen Regionen der Welt unter einer besonders starken globalen Erwärmung leiden wird. Bei einer Erwärmung um +3 Grad wird sich die Schweiz um fast +5 Grad erwärmen. Der Bundesrat nutzt diese Gelegenheit, um Klimaskeptiker daran zu erinnern, dass die Erwärmung eindeutig durch vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen verursacht wird.

Eine Schweiz mit +5 Grad bedeutet vor allem extreme Hitze, deutlich trockenere Sommer, einen erheblichen Rückgang der Schneemenge, das Schmelzen des Permafrostbodens und intensivere und häufigere Niederschläge. Die beiden letzten Punkte sind für das Wallis besonders besorgniserregend, da sie eine Zunahme der Naturkatastrophen ankündigen, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben.

Im Sommer wird Sion doppelt so viele Hitzewellen erleben, und diese werden nicht mehr nur auf die Städte in der Ebene beschränkt sein. Im Winter wird die Schneefallgrenze nicht mehr wie heute bei 900 m Höhe liegen, sondern bei 1450 m, also auf der Höhe von Crans-Montana. Diese Veränderung wird erhebliche Auswirkungen auf den Wintersporttourismus haben. Auch die Hydrologie des Kantons wird sich verändern, da Schnee als natürliches Wasserreservoir fungiert.

Dieses Wallis mit +5 Grad ist noch vermeidbar. Das bedeutet jedoch, dass wir ehrgeizig und entschlossen handeln müssen, um jedes Zehntelgrad der Erwärmung zu vermeiden, denn jedes Zehntel zählt.

Als Reaktion auf diese neuen Szenarien fordern die Grünen Schweiz die Organisation einer nationalen Klimakonferenz, um wirksame Massnahmen zur Reduzierung unserer Emissionen und zur Einhaltung unserer Klimaziele der CO2-Neutralität bis 2050 zu ergreifen. Auch wenn die COP 30 mit einer enttäuschenden Bilanz zu Ende gegangen ist und die Schweiz sich bei dieser Konferenz nicht durch ihr Engagement hervorgetan hat, ist das kein Grund, aufzugeben!

Die Folgen des Klimawandels sind bereits spürbar. Der Eis- und Steinschlag, der das Dorf Blatten zerstört hat, ist der jüngste eindrucksvolle Beweis dafür. Wir müssen schnell aus fossilen Energien aussteigen und mehr Mittel für den Klimaschutz aufwenden, wenn wir die Zukunft unseres Kantons sichern wollen.

Zwei Initiativen für konkrete Lösungen

Im Dezember wird die Solarinitiative derGrünenbei der Bundeskanzlei eingereicht, und im März 2026 werden wir über die Initiative abstimmen, die wir gemeinsam mit der SP zur Einrichtung eines Klimafonds lanciert haben. Diese beiden Initiativen schlagen konkrete Lösungen vor, um unser Energie- und Wirtschaftssystem zu dekarbonisieren und so die globale Erwärmung zu begrenzen. Ich freue mich darauf, mich in der nächsten Zeit dafür einzusetzen, die Schweizer Bevölkerung von den Vorteilen dieser beiden Initiativen zu überzeugen.

 

Halbzeitbilanz: konkrete Fortschritte, weitere Herausforderungen und künftige Vorschläge

Halbzeitbilanz: konkrete Fortschritte, weitere Herausforderungen und künftige Vorschläge

Mit Beginn der letzten parlamentarischen Session des Jahres 2025 ist es an der Zeit, eine Bilanz der ersten Hälfte der Legislaturperiode zu ziehen. Zwischen Erfolgen, Enttäuschungen und Vorschlägen für die Zukunft gebe ich Ihnen einen Einblick in meine Arbeit im Nationalrat.

Konkrete Fortschritte dank meiner parlamentarischen Interventionen:

  • Einweg-E-Zigaretten (Puffs) werden auf nationaler Ebeneverboten.
  • Der Bund kann künftig Organisationen von nationaler Bedeutung in den Bereichen psychische Gesundheit sowie Suizid- und Gewaltprävention finanziell unterstützen, wie beispielsweise La Main Tendue.
  • Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, um mehr über die Verbreitung von Inzest in der Schweiz zu erfahren und Massnahmen zur Bekämpfung dieses in unserem Land noch immer tabuisierten Problems vorzuschlagen.
  • Der Bundesrat wird beauftragt, eine Bilanz über die Umsetzung des Gesetzes über Seilbahnen zur Personenbeförderung zu ziehen, insbesondere hinsichtlich des Abbaus von stillgelegten Seilbahnen.

Ich habe neue Vorschläge unterbreitet, die vom Parlament noch nicht behandelt wurden, darunter insbesondere:

  • Ein Antrag, der fordert, mehr über die Verbreitungmaskulinistischer Ideologien zu erfahren, die die Dominanz des Mannes über die Frau bekräftigen, um deren Ausbreitung zu bekämpfen. Diese Ideologien verbreiten sich leider in den sozialen Netzwerken unter vielen jungen Männern.
  • Ein Antrag, derdie Einführung einer Steuer für Vielflieger fordert, wobei der Erlös dieser Steuer größtenteils an die Bevölkerung zurückfließen soll und der Rest zur Finanzierung der Dekarbonisierung des Luftverkehrssektors verwendet werden soll.
  • Ein Postulat , das die Ausarbeitung einer nationalen Strategie für den Freizeit- und Tourismusverkehr fordert , da unser Verkehrsnetz zu sehr auf Pendler ausgerichtet ist, obwohl 52 % der Fahrten mit Tourismus und Freizeit zusammenhängen.

Frustrationen… aber immer noch motiviert!

Wie alle Parlamentarier*innen habe auch ich Niederlagen erlebt – zu viele, um sie hier alle aufzuzählen. Ich bedaure insbesondere, dass mehrere meiner Anträge aus Zeitgründen ohne Debatte oder Abstimmung abgelehnt wurden.

Dies war beispielsweise der Fall bei:

  • Förderung einer multifunktionalen Nutzung von Stauseenwasser

  • Förderung des selektiven Rückbaus von Gebäuden, um bestimmte Elemente und Materialien wiederverwenden zu können

Ich bin für die zweite Hälfte der Legislaturperiode mehr denn je engagiert und habe nach wie vor den gleichen Willen, wichtige Anliegen für unsere Gesellschaft, unser Land und unseren Planeten voranzubringen.

 

 

Hitzewellen: Wie kann sich die Schweiz auf Hitzewellen einstellen?

Hitzewellen: Wie kann sich die Schweiz auf Hitzewellen einstellen?

Nach der zweiten Hitzewelle in diesem Sommer 2025, die über die Schweiz und Westeuropa hereingebrochen ist, ist klar: Solche Epidemien werden zur Sommernorm. Die Schweiz muss sich dringend vorbereiten und ihre Bevölkerung schützen, insbesondere die am stärksten gefährdeten Personen.

Durch die globale Erwärmung werden diese Hitzeperioden häufiger, länger und intensiver. Auf der einen Seite bleiben einige Bergregionen relativ verschont: Wer dort lebt oder seinen Urlaub verbringt, kann die Hitze besser ertragen und nachts besser schlafen. Im Flachland ist die Situation jedoch viel schwieriger, vor allem für ältere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke. Der Organismus wird auf eine harte Probe gestellt, was zu erheblichem Unbehagen führt, vor allem aber zu einem Anstieg der hitzebedingten vorzeitigen Todesfälle.

Unbewohnbare Unterkünfte

Viele bestehende Häuser sind nicht für solche Temperaturen ausgelegt. Das Bundesamt für Energie hat kürzlich angekündigt, dass ein Großteil der Wohnhäuser in der Schweiz in den kommenden Jahrzehnten unbewohnbar werden könnte, da sich die Bedingungen im Sommer verschlechtern werden.

Hitzewellen bedrohen nicht nur die öffentliche Gesundheit: Sie schwächen die Ökosysteme, erhöhen das Risiko von Waldbränden, verschärfen die sozialen Ungleichheiten - da Menschen mit niedrigem Einkommen oft in schlecht isolierten Wohnungen leben - und gefährden unsere Nahrungsmittelsicherheit, indem sie die landwirtschaftlichen Erträge verringern.

Wir brauchen einen Plan für eine widerstandsfähige Schweiz, die ihre Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Umwelt auch während Hitzeperioden schützen kann. Deshalb haben die Grünen nun einen Hitzeplan für die Schweiz veröffentlicht .

Der Kampf gegen extreme Hitze erfordert in erster Linie eine Abkühlung der Städte und Ballungsräume. Wir müssen neue Gebäude mit einer effizienten natürlichen Belüftung bauen, die energetische Sanierung und Isolierung bestehender Gebäude beschleunigen und ehrgeizige nationale Ziele zur Reduzierung der versiegelten Flächen festlegen. Pflanzen wir mehr Bäume - hocheffiziente natürliche Klimaanlagen -, vergrößern wir die Zahl der Wasserstellen und fordern wir verbindliche Begrünungsquoten sowie Strategien wie "Schwammstädte". Diese städtischen Neugestaltungen sorgen nicht nur für eine Abkühlung des öffentlichen Raums, sondern auch für ein besseres Zusammenleben und eine bessere Bewältigung von Starkregenereignissen, die ebenfalls zunehmen.

Klimaanlagen für Schulen und Gesundheitseinrichtungen

Die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu gewährleisten, erfordert ebenfalls neue konkrete Maßnahmen. Schulen und Gesundheitseinrichtungen sollten bei Bedarf vorübergehend mit Klimaanlagen ausgestattet werden, bis eine umfassende energetische Sanierung erfolgt ist oder wenn sich diese als unzureichend erweist. Andere öffentliche Orte - Bibliotheken, Verwaltungen, Gemeindezentren - sollten zugänglich sein und als kühle Orte für Menschen dienen, die sich zu Hause nicht abkühlen können. Jeder Kanton sollte über einen speziellen Aktionsplan gegen Hitzewellen verfügen.

Auch andere Herausforderungen verdienen dringend Aufmerksamkeit: Hitzeschutz am Arbeitsplatz oder die Anpassung unserer Landwirtschaft, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Dürre- und Hitzeperioden zu stärken.

Aber um effektiv handeln zu können, braucht man finanzielle Mittel. Deshalb schlagen wir gemeinsam mit der SP die Einrichtung eines nationalen Klimafonds vor. Dieser Fonds wird es ermöglichen, konkrete Massnahmen zum Schutz vor Hitze zu finanzieren und im weiteren Sinne den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu unterstützen.

Schließlich ist es über die Anpassung hinaus zwingend erforderlich, die eigentlichen Ursachen des Problems zu bekämpfen. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, um aus den fossilen Brennstoffen auszusteigen und unsere Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren. Denn ohne ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen werden die Hitzewellen von heute nur ein Vorgeschmack auf das sein, was uns morgen erwartet.